Die Mitfahrbank – ÖPNV mal anders

Nach Bitburg (NRW), Kleinnaundorf (Sachsen), Bünsdorf (S-H), Asel (bei Hildesheim), Osterwald (Kreis Hameln-Pyrmont) und anderswo gibt es auch in Eddelstorf im Kreis Uelzen eine Mitfahrbank. Ein etwas anderes öffentliche Verkehrsmittel.

Die Idee ist einfach. Du setzt dich auf die Bank und wartest darauf, dass eines der vorbeifah-
renden Fahrzeuge dich mitnimmt. Trampen ohne Pappschild  und Daumen in die Luft. Unnütze eigene Fahrten in den Nachbarort werden so vermieden. Für diejenigen, die kein Fahrzeug haben, wird Fahren ermöglicht, insbesondere, wenn es keine Buslinie gibt oder der Bus nicht so häufig fährt. Gleichzeitig wird die Kommunikation unter Menschen gefördert. Soweit die Idee.

In der Praxis gibt es unterschiedliche Erfahrungen. An einigen Orten läufts, an anderen Orten weniger. Auch die Bereitschaft, auf der Bank sitzende Personen mitzunehmen, ist, je nachdem wer auf der Bank sitzt, unterschiedlich – alt/jung/weiblich/männlich. Die einen warten kürzer – die anderen länger. Auch haben Eltern Vorbehalte, ihren Kindern und Jugendlichen zu erlauben, bei fremden Personen ins Auto zu steigen.

Die Idee ist gut. Sie ist nicht die Lösung des ÖPNV auf dem Lande, aber ein Baustein unter vielen, der bekannter werden muss und dem Akzeptanz zu wünschen ist.

Die Mitfahrbank – bald digital ?

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Das Forschungsprojekt „digitale Dörfer“ des Frauenhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering (Iese) in Kaiserslautern befasst sich mit der digitalen Vernetzung auf dem Land. Über eine App sollen ohnehin stattfindende Fahrten für andere sichtbar und nutzbar werden, sei es als Mitfahrgelegenheit oder als Transport von Waren. Bäcker oder Apotheker, die regelmäßig eine Strecke fahren, könnten autolose Nachbarn mitnehmen. (nach dpa).